Wer sagt eigentlich, dass Trainer immer erwachsen sein müssen?
Franziska Schürr
25. Juni 2026
Wer sagt eigentlich, dass Trainer immer erwachsen sein müssen?
Mit 15 Jahren schon Trainerin von morgen
Mit gerade einmal 15 Jahren hat Theresa Brindl bereits einen Schritt gewagt, den viele erst deutlich später gehen: Sie hat die Ausbildung zum BFV-Junior-Coach erfolgreich absolviert. Im Interview erzählt die junge Fußballerin vom SV Vogtareuth, warum sie sich für den Trainerweg interessiert, welche Erfahrungen sie während der Ausbildung gesammelt hat und weshalb sie künftig am liebsten auf beiden Seiten des Fußballplatzes aktiv sein möchte.
Theresa, stell dich doch kurz vor. Wer bist du und welche Rolle spielt Fußball in deinem Leben?
Mein Name ist Theresa Brindl, ich bin 15 Jahre alt und komme aus Vogtareuth. Fußball begleitet mich schon einen großen Teil meines Lebens. Seit der dritten Klasse spiele ich in den Jugendmannschaften des SV Vogtareuth. Lange Zeit war ich dabei das einzige Mädchen in einer gemischten Mannschaft. Seit der vergangenen Saison spiele ich zusätzlich in der Mädchenmannschaft der Spielgemeinschaft mit Schonstett. Fußball ist für mich mehr als nur ein Hobby – er gehört einfach zu meinem Alltag dazu.
Seit wann spielst du Fußball?
Mittlerweile seit acht Jahren. Angefangen hat alles in der Grundschule, und seitdem hat mich der Sport nicht mehr losgelassen. Besonders gefällt mir, dass Fußball Teamgeist, Zusammenhalt und sportliche Herausforderungen miteinander verbindet.
Du hast vor Kurzem die Ausbildung zum Junior Coach abgeschlossen. Wie kam es dazu?
Die Idee entstand eigentlich direkt auf dem Trainingsplatz. Vor etwa zwei Jahren habe ich meinen Trainer Michi Schwägerl bei der E-Jugend unterstützt. Mir hat es Spaß gemacht, Übungen zu erklären, mit den Kindern zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Dabei habe ich vom Angebot des DFB-Junior-Coach-Programms erfahren. Je mehr ich darüber gelesen habe, desto klarer wurde für mich: Das möchte ich ausprobieren.
Wie lief die Ausbildung ab?
Die Ausbildung umfasst insgesamt 40 Lerneinheiten und kombiniert Präsenz- und Onlinephasen. Die Präsenztage fanden in Bad Tölz statt. Dort waren wir insgesamt 16 Mädchen, die gemeinsam verschiedene Trainingsformen kennengelernt, vorbereitet und selbst durchgeführt haben. Besonders spannend war für mich, dass wir nicht nur Fußballtraining gelernt haben. Themen wie Trainingsplanung, Mannschaftsführung, Kommunikation, Konfliktlösung, Kinderschutz oder auch der Umgang mit Eltern gehören genauso dazu. Am letzten Ausbildungstag stand dann eine praktische Abschlussaufgabe an: Eine E-Jugend-Mannschaft aus Bad Tölz kam für ein Probetraining, das wir selbst gestalten und leiten mussten. Da konnten wir zeigen, was wir in den Tagen zuvor gelernt hatten.
Was hat dich während der Ausbildung besonders beeindruckt?
Neben den fachlichen Inhalten war vor allem die Gemeinschaft eine tolle Erfahrung. Drei Tage lang mit 15 anderen Mädchen zusammenzuarbeiten, die man vorher überhaupt nicht kannte, war anfangs ungewohnt. Am Ende sind daraus aber viele interessante Gespräche und neue Bekanntschaften entstanden. Das hat mich persönlich sehr weitergebracht.
Wie hat dich der SV Vogtareuth auf deinem Weg unterstützt?
Finanzielle Unterstützung war gar nicht notwendig, da die Ausbildung kostenlos angeboten wird. Umso wichtiger war die Unterstützung durch meine Trainer und die Jugendleitung. Sie haben mich motiviert, den Schritt zu gehen, und mir immer das Gefühl gegeben, dass sie hinter mir stehen.
Was macht für dich einen guten Trainer aus?
Natürlich sollte man Fußball mögen und sich für den Sport begeistern. Noch wichtiger finde ich aber den Umgang mit den Kindern. Ein Trainer sollte Freude daran haben, junge Spielerinnen und Spieler bei ihrer Entwicklung zu begleiten.
Fußballwissen allein reicht nicht. Man sollte auch Spaß daran haben, mit Kindern zu arbeiten und manchmal etwas Geduld mitbringen. Und wenn alle gleichzeitig reden oder lieber Quatsch machen wollen, muss man sich auch mal durchsetzen können.
Würdest du anderen Jugendlichen empfehlen, selbst Junior Coach zu werden?
Definitiv. Ich würde die Ausbildung jederzeit wieder machen. Man lernt unglaublich viel über Fußball, aber auch über sich selbst. Man übernimmt Verantwortung, entwickelt Selbstvertrauen und bekommt einen ganz neuen Blick auf das Trainersein. Seitdem verstehe ich viele Entscheidungen meiner eigenen Trainer deutlich besser. Dieser Perspektivenwechsel war für mich eine der wertvollsten Erfahrungen.
Welche Ziele hast du für deine Zukunft im Fußball?
Zunächst möchte ich natürlich weiterhin selbst aktiv spielen. Gleichzeitig hat die Ausbildung mein Interesse am Trainerberuf noch verstärkt. Ein großer Vorteil ist, dass die 40 Lerneinheiten bereits auf die Trainer-C-Lizenz angerechnet werden. Der nächste Schritt ist also gar nicht mehr so weit entfernt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, später selbst eine Mannschaft zu trainieren und meine Erfahrungen weiterzugeben.
Mit ihrem Engagement zeigt Theresa, wie wichtig junge Ehrenamtliche für den Vereinsfußball sind. Der erfolgreiche Abschluss der Junior-Coach-Ausbildung ist für sie nicht nur ein persönlicher Meilenstein, sondern vielleicht auch der erste Schritt in Richtung Trainerkarriere. Der SV Vogtareuth kann sich jedenfalls schon heute über eine Nachwuchstrainerin mit viel Begeisterung, Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist freuen.
Weitere Informationen rund um die Ausbildung zum Junior Coach:
https://www.bfv.de/bildung-und-foerderung/bildungsangebot/dfb-junior-coach









